Konzept und Komponenten.

Existenzgründer zu sein ist nicht einfach. Man hat eine Idee und den festen Glauben daran, dass die Welt darauf wartet. Doch eine Idee hilft noch nichts. Man muss sie auf die Straße bringen. Und dabei gibt es genügend Kreuzungen, Einbahnstraßen und Sackgassen.

Wenn man sich die Inhalte der meisten Existenzgründungsberaterbücher ansieht, ist man schnell bei den Themen Businessplänen, Rechtsformwahl, Kapitalbeschaffung usw. Und ja. All das ist wichtig. Aber der Kern, um den sich doch zu Beginn alles drehen müsste, ist das (Gründungs-)Konzept. Ideen gibt es viele. Aber ein durchdachtes, ausgereiftes und ausgearbeitetes Konzept ist die erste große Hürde, die von den meisten Existenzgründern nicht gemeistert, sondern umgangen wird.

Günter Faltin hat in seinem Buch Kopf schlägt Kapital. Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen zwei Schwerpunkte. Zum einen geht es um Konzepte. Er zeigt Wege auf, wie aus einem Einfall ein tragfähiges Konzept werden könnte. Und er macht keinen Hehl daraus, dass das insbesondere eins ist: Arbeit. Aber diese Hürde gilt es zu nehmen.

Der zweite Schwerpunkt ist die Einbeziehung von Komponenten in das Konzept. Für viele Fragestellungen bieten andere Anbieter bereits professionelle Leistungspakete an, auf die man zurückgreifen kann. Doch viele Existenzgründer versuchen, selbst ihre eigene Logistik-, Kreativ-, EDV- usw. –abteilung zu sein. Dabei gab es wohl noch nie wie heute die Möglichkeit, sein Unternehmen quasi aus verschiedenen schon bestehenden Komponenten zu komponieren und dieses System zum Laufen zu bringen.

Prof. Faltins Buch liest sich gut und verständlich und zeigt dem Existenzgründer wie dem Unternehmer andere Wege auf. Das Buch wird ergänzt um z.B. downloadfähige Literatur auf der Homepage. Ein Buch voller Impulse.

Eine große Sache.

< Man nehme eine gute Idee,
eine große Portion Mut und etwas Glück.
Dann wende man praktisches Denken an,
vermische diese Zutaten mit
unbeirrbarem Glauben an sich selbst
und überzeuge andere. >
Vanessa Kullmann in Keine große Sache 

Ich lese gerne Bücher über Unternehmer und über Ihre Wege, Hindernisse, Schritte, Sackgassen und Erfolge. Vanessa Kullmann hat in Ihrem Buch ‘Keine große Sache. Coffee to go oder wie man den Traum vom eigenen Unternehmen verwirklicht’ ihren Weg – oder besser: Ihre Wege – beschrieben. Vieles an diesem Buch hat mir gefallen. Das beginnt schon an der guten Lesbarkeit und dass die Autorin uns Leser auf dieser Reise sehr persönlich mitnimmt. Sie gibt keine Ratschläge, sondern lässt uns an ihren eigenen Erfahrungen teilhaben. Aber was mir am besten gefallen hat: Es geht richtig zur Sache: Die Erfolge und auch die Sackgassen.

Wir werden mitgenommen auf eine Reise, beginnend mit einer Idee Coffee to go nach Deutschland zu bringen, die Frau Kullmann  immer wieder neu beleuchtet, ein neuer Stein zu den bestehenden Steinen kommt,  wie sie unermüdlich überprüft ‘was will ich eigentlich’, bestehende Konzepte studiert und irgendwann zu ihrem eigenen Konzept kommt. Gerade dieser anfängliche Schwerpunkt gefällt mir besonders. Nicht das Zahlenwerk steht im Mittelpunkt, sondern das Konzept. Sie wird sich klar darüber, was und wie sie es genau will. Erst danach kommen die Zahlen.

Die Autorin stapelt tief mit dem Buchtitel und auch mit der Leichtigkeit, wie sie schreibt. Es ist sehr wohl eine große Sache, was sie da macht und vieles war gar nicht leicht bei der Gründung und dem Auf- und Ausbau von Balzac Coffee. Es gibt viele Irrtümer, schlaflose Nächte, Unsicherheiten. Doch sie hat ein glasklares Ziel vor Augen und versteht es, den nächsten Schritt zu machen. Fehltritte nimmt sie hin und versucht es dann anders. Ihr Credo: Ein langer Weg wird durch viele kleine Etappen überschaubarer.

Als Existenzgründer würde ich dieses Buch ganz oben auf meine Literaturliste setzen. Das Lesen macht Mut für das eigene Unternehmen.

Glück managen …. Naja.

In der neuesten wöchentlichen NWB-Postille wird auf ein Buch aufmerksam gemacht mit dem Titel < Lässt sich Glück managen ? Erfolgreiches Glücksmanagement für Betriebs- und Volkswirte. >

Der Autor will in dem Buch aufzeigen, wie Glück als ‚erstrebenswerter Zustand erreicht und dauerhaft erhalten werden kann. … es dazu nicht mehr bedarf als die klassischen Management- und Controlling-Instrumente der Betriebswirtschaftslehre … der Glücksbegriff in ein intrapersonelles Zielsystem einzuordnen ist …‘.

Ich werde das Buch nicht lesen können. Das verkrafte ich nicht. Aber vielleicht hat ja jemand in der großen Welt dazu Lust und berichtet darüber? Das würde mich interessieren.

Leistungen und sich verkaufen.

Martin Limbeck ist ein Verkäufer. Wie er sagt, ein ‘neuer Hardseller’. Mittlerweile verkauft er vor allem seine Seminare, Vorträge und Publikationen. Ein von ihm verfasstes Buch heißt ‘Nicht gekauft hat er schon.’ Geschrieben ist es für Verkäufer und es geht darin um die Einstellung zum Verkaufen. Der Autor scheint vom Typus her eher der lauten Fraktion anzugehören und gut geschrieben ist vielleicht auch etwas anderes. Trotzdem: Ich habe es gerne gelesen.

Das Buch richtet den Scheinwerfer nicht auf den Kunden, die Beratung etc., sondern auf das Verkaufen. Es geht hier um den Abschluss. Es geht um einen Vertrag auf Gegenseitigkeit. ‘Ich gebe, damit du gibst. … Beide müssen auf freiwilliger Basis etwas beitragen, beide haben etwas davon’. Limbeck zeigt auf, dass man bestimmte Dinge auch anders sehen kann. Für ihn heißt z.B. im Verkaufsgespräch ein ‘Nein’ soviel wie N-E-I-N: Noch. Ein. Impuls. Nötig.

Wir tun uns mit dem Verkaufen häufig schwer, weil wir es nicht gelernt haben und vielleicht auch zögern, die Initiative zu ergreifen oder nachzufassen oder Angst haben, uns eine Abfuhr zu holen. Wir denken über alles möglich nach, aber nicht über das Verkaufen. Vielleicht sollten wir hierauf manchmal etwas stärker den Fokus richten.

Ich habe aus dem Buch viele Impulse mitgenommen und werde einige auch umsetzen. Das sind zum Teil nur Kleinigkeiten. Und eins ist mir ganz bewusst geworden: Jeder von uns muss sich und sein Produkt verkaufen. Immer wieder.

Mit Zwergenschritten Ziele erreichen.

Seit einiger Zeit wird in der Managementliteratur Wissensvermittlung in eine Geschichte mit Akteuren und einer Handlung eingebettet. Die Autoren gehen in Ihrem Buch ‚Zwerge versetzen Berge‘ noch einen Schritt weiter: Sie erzählen im ersten Teil des Buches ein Märchen. Sieben Zwerge helfen einem überforderten Prinzen, wieder den Blick für das Wesentliche zu finden. Jeder Zwerg gibt sein Wissen zu je einem der Themen weiter: Hoffnung, Perspektive, Selbstverantwortung, Schrittmaß, Neugier, Erdung und Solidarität.

Es macht Spaß zu lesen, wie die Zwerge den Prinzen mit ihren Ideen überraschen und ihr Wissen mit ihm und uns teilen. Im zweiten Teil des Buches gibt es Hinweise, wie die Zwergenweisheiten in den Alltag übertragen werden können.

Abgesehen davon, dass die Geschichte gut erzählt ist und die Inhalte zum Nachdenken anregen, ist es auch ein schön gemachtes Buch mit humorvollen Zeichnungen. Und, für mich ganz wichtig, nicht überfrachtet und zügig zu lesen.

Zwerge versetzen Berge – Mit kleinen Schritten Großes erreichen
von Marco von Münchhausen mit Michael Heining
Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-65492-7

Unternehmer und Rocker.

Paul Teutul Senior ist ein harter Bursche. Er war mit einem Eisengeschäft als Kleinunternehmer in der Baubranche erfolgreich und fing in der Mitte des Lebens noch einmal etwas ganz Neues an: Er gründete die Firma ‘Orange County Choppers’ und baut mit die heißesten Motorräder der USA. Bekannt wurde er mit der Fernsehsendung ‘American Chopper’. Mich interessieren aber nicht seine Motorräder sondern seine Art, Unternehmen aufzubauen und zu führen. Und sein Buch ‘The ride of a lifetime – Das Erfolgsgeheimnis der Orange County Choppers’.

Das Raubein Teutul hat ein Buch über seine Unternehmen geschrieben, über Leidenschaft, Durchhaltevermögen, Abmachungen, Träume, Veränderungen usw. Er beschreibt seine Glaubenssätze, den Einfluss der Familie und anderer Menschen auf sein Tun, Hürden die er meistern musste und gravierende Fehler, die er beging.

Das Buch ist kurzweilig zu lesen und mit Geschichten gespickt. Ich habe an vielen Stellen innegehalten und mir überlegt, wie ich es eigentlich so mache. Was mir u.a. gefallen hat: Teutul hat für sich glasklare Grundsätze aufgestellt, an denen er sich und sein Unternehmen ausrichtet. Darin ist er gradlinig und, wenn es sein muss, auch knallhart.

Ich werde das Buch nicht gleich ins Regal zurückstellen. Sondern erst wieder lesen …

Der Mensch im Mittelpunkt.

Im Wirtschaftsmagazin ‘brand eins’ vom Januar wurde der Hausarzt Dr. Ebeling aus dem Allgäu portraitiert. Er, seine Kollegin und vier Angestellte haben etwas geschafft, was sich die meisten Unternehmer wünschen, aber kaum einer erreicht: Der Kunde steht als Mensch im Mittelpunkt.

Die Ergebnisse sind überzeugend: Patienten sind Fans und keine reinen Kunden. Neukunde zu werden ist eher schwierig, die Ertragslage ist gut und die Wochenarbeitszeit liegt bei Herrn Dr. Ebeling bei rund 45 Stunden. An diesem Erfolg haben die Mitarbeiter einen sehr großen Anteil. Sie arbeiten selbständig, eigenverantwortlich und mit hoher Motivation. Fluktuation ist ein Fremdwort. Prozesse werden klar definiert und laufend optimiert.

Soweit zu kommen ist nicht einfach und mit viel Arbeit verbunden. Aber es ist keine Last, wenn ich das mit Leib und Seele tue, was ich liebe.

Hier der Link zum Artikel: http://www.brandeins.de/archiv/magazin/freiraeume/artikel/ein-arzt-fuer-alle-faelle.html