Die Sicht von außen.

Was wir selbst machen, unsere Ideen, unsere Vorschläge usw. finden wir im Normalfall mindestens gut. Wir sind uns darüber bewusst, was wir selbst können, wollen und tun. Wir sind selbstbewusst.

Mindestens genauso interessant ist es, wie andere z.B. unsere Leistung sehen. Und diese Sichtweise ist fast noch spannender. Denn ohne diese Rückmeldung gibt es kein Lob und keine Kritik. Es würde uns auch die Möglichkeit fehlen, Eigen- und Fremdwahrnehmung zu vergleichen.

Viele Rückmeldungen sind zufällig und kommen, ohne dass wir sie einfordern. Wir haben aber auch die Möglichkeit, aktiv und themenbezogen um Feedback zu bitten. Egal ob schriftlich oder mündlich. Schriftlich nachfragen ist etwas schwieriger. Es feht die unmittelbare (non-) verbale Kommunikation und wir alle sind Fragebögen etwas überdrüssig. Trotzdem haben wir vor kurzem an alle SteuerberaterCoach-Kunden einen kurzen und peppigen Fragebogen verschickt. Es sind noch nicht alle Antworten zurück, aber bereits jetzt haben wir hilfreiches Feedback erhalten.

Einen für mich neuen Schritt bin ich jetzt gegangen: Ich wollte ein geschriebenes Kurzportrait für die eigene Kanzlei- und eine fremde Netzwerkhomepage haben und bat darum eine Mandantin, die mich beruflich wie privat gut kennt und berufsbedingt u.a. gut schreiben kann. Die Aufgabenstellung an Frau Ohle-Nieschmidt war: ‘Was würden Sie einem Dritten über mich erzählen, wenn er fragt, was ich für einer bin.’

Das Ergebnis können Sie nachlesen. Ich wäre nie im Leben auf das Schlittenfahren gekommen …

www.kanzlei-nowag.de

Halb zog sie ihn, halb sank er hin. Über Veränderungen.

Schon Goethe hat gewusst: Entweder machen wir es selbst, oder es wird mit uns gemacht. Ändern wird sich immer etwas. In einem Unternehmen ist es mit Veränderungen nicht anders als im privaten Leben. Wir ändern entweder etwas, um Leid zu vermeiden oder Lust zu gewinnen. Oder anders: Veränderungen durch Krise oder Vision.

Wenn das Leid und die Krise so groß werden, dass wir uns verändern müssen, kann das unschön sein. Es ist vielleicht der falsche Zeitpunkt, das Unternehmen hat schon Schaden genommen … es ist purer Druck.

Schöner ist es, einem Wunsch zu folgen und die eigene Zukunft aktiv anders zu gestalten. Das ist nicht Druck, sondern Sog. Nicht Leid, sondern Lust.

Jede Veränderung ist eine Investition und Kraftanstrengung. Aber nur, wer sich ständig verändert, weiterentwickelt und sich neuen Bedingungen anpasst, wird auf Dauer auch Erfolg haben. Das ist eine wichtige Unternehmeraufgabe und bedeutet Arbeiten am Unternehmen. Dafür muss man sich Zeit nehmen. Entweder im Arbeitsalltag oder z.B. in Klausur an einem Wochenende.

Wie gehen Sie Veränderungen aktiv an?

Ein Gedächtnis wie ein Elefant.

Wohin mit Einfällen, Artikeln, die man gerne aufheben möchte, Rechnungen, die man noch braucht ….. eben mit Allem, was – im Netz oder auch bedruckt – noch abgelegt werden soll?

In der Vergangenheit hatte ich dafür diverse Ordner und viel Verdruss beim Wiederfinden. Seit ca. einem Jahr mache ich es anders: Ich lege das eingescannte Dokument, die Notiz oder was auch immer, digital ab im Programm Evernote. Dort habe ich mir eine einfache Struktur angelegt. Ich habe aber noch vielfältige andere Möglichkeiten, das Dokument zu suchen, z.B. über den Titel  und die OCR-Erkennung.

Das Evernote-Programm kann auf beliebig vielen Rechnern, dem iPad usw. installiert werden. Die Inhalte werden danach automatisch synchronisiert und sind damit immer auf allen Rechnern auf dem neuesten Stand. Die Bedienung ist denkbar einfach. Eine Dokumentensuche geht blitzschnell.

Das Programm ist in der Basisversion kostenlos. Für die Premium-Mitgliedschaft habe ich für ein Jahr 45 USD gezahlt.

Evernote hilft mir, Ordnung zu halten und Informationen sehr schnell verfügbar zu haben. Ein tolles Hilfsmittel.

www.evernote.com

Unternehmer und Rocker.

Paul Teutul Senior ist ein harter Bursche. Er war mit einem Eisengeschäft als Kleinunternehmer in der Baubranche erfolgreich und fing in der Mitte des Lebens noch einmal etwas ganz Neues an: Er gründete die Firma ‘Orange County Choppers’ und baut mit die heißesten Motorräder der USA. Bekannt wurde er mit der Fernsehsendung ‘American Chopper’. Mich interessieren aber nicht seine Motorräder sondern seine Art, Unternehmen aufzubauen und zu führen. Und sein Buch ‘The ride of a lifetime – Das Erfolgsgeheimnis der Orange County Choppers’.

Das Raubein Teutul hat ein Buch über seine Unternehmen geschrieben, über Leidenschaft, Durchhaltevermögen, Abmachungen, Träume, Veränderungen usw. Er beschreibt seine Glaubenssätze, den Einfluss der Familie und anderer Menschen auf sein Tun, Hürden die er meistern musste und gravierende Fehler, die er beging.

Das Buch ist kurzweilig zu lesen und mit Geschichten gespickt. Ich habe an vielen Stellen innegehalten und mir überlegt, wie ich es eigentlich so mache. Was mir u.a. gefallen hat: Teutul hat für sich glasklare Grundsätze aufgestellt, an denen er sich und sein Unternehmen ausrichtet. Darin ist er gradlinig und, wenn es sein muss, auch knallhart.

Ich werde das Buch nicht gleich ins Regal zurückstellen. Sondern erst wieder lesen …

Planen. Ein Ratespiel.

Viele Bücher wurden schon gefüllt mit Anleitungen, wie ich mein privates und berufliches Leben erfolgreicher und glücklicher bewältigen kann: Durch Planung. Quantitativ und Qualitativ: Siebenjahres-, Jahres-, Quartals-, Monats-, Wochen-, Tagesplan, persönlicher Entwicklungsplan….

Leider kriege ich das so nicht hin. Es ist mir zu viel Planung und es ist mir zu unflexibel. Meistens schaffen wir es ja nicht mal, einen Einkauf richtig zu planen: Schlangen an den Ständen, angebotene Qualität, Zufallsbegegnungen machen die Planung zu einem Ratespiel. Wenn ich schon diese kleine Einheit nicht geistig vorweg nehmen kann, wie ergeht es mir dann erst bei großen Brocken?

Plane ich also gar nicht? Doch. Aber ziemlich reduziert:

  • Ich habe eine grobe Richtschnur, was mir wichtig ist, was ich träume … meine Vision. Dieses Blatt nehme ich mir von Zeit zu Zeit vor (ca. einmal im Jahr), vielleicht ändere ich auch etwas daran. Meistens sind das aber nur Kleinigkeiten. Zeitbedarf pro Jahr: Ungefähr eine Stunde.
  • Ungefähr im Halbjahresrhytmus schaue ich mir meinen ‘Periodenzielplan’ an (mir ist bisher kein besseres Wort eingefallen) und aktualisiere diesen. Da stehen für die nächsten sieben Jahre je Jahr 3-5 Meilenstein-Ziele drin. Zeitbedarf pro Jahr: Vielleicht eine halbe Stunde.
  • Für die Kanzlei haben wir einen Jahres- und Maßnahmenplan. Auch sehr übersichtlich und einfach gehalten, jedem Mit-Arbeiter bekannt und idealerweise auch miterarbeitet. Diesen Plan schauen wir uns jeweils kurz in der monatlichen Kanzleibesprechung an.
  • Alle meine Aufgaben schreibe ich in eine Aufgabenliste. Manche Aufgaben sind mit Terminen versehen. Bei größeren Zielen oder Projekten schreibe ich meistens nur den nächsten Schritt als Aufgabe auf.
    Morgens schaue ich mir diese Liste kurz an und entscheide, welche Aufgaben ich an diesem Tag erledigen will oder muss. Zeitaufwand: Täglich ca. 10 Minuten. Und diese Durchsicht und Festlegung für den Tag ist ein Ritual, ohne dass ich mich mittlerweile unwohl fühle.

Mindestens genau so wichtig ist es mir, über die Ziele und Pläne zu sprechen. Mit meiner Frau, den Mitarbeitern, einem Berater usw. Das bringt mich auf neue Ideen oder vielleicht auch dazu, Ziele oder Aufgaben zu überdenken.

So macht mir Planung Spaß und überfordert mich nicht.

Und wie planen Sie?